| Hochdorf (200-239m ü NN) Hochdorf wurde als ein Weiler nahe des Mooswaldes
bereits 773 gegründet. Die original Urkunden sind noch im Kloster St. Gallen erhalten.
Bei den St. Galler Urkunden ist auch eine zweite Erwähnung aus dem Jahre 804 von Hochdorf
zu finden. Es blieb all die Jahrhunderte ein von Landwirtschaft bestimmtes Dorf im
Schatten der umliegenden Städte wie Freiburg, Emmendingen oder Breisach. Die Anbindung
des benachbarten Hugstettens an die Kaiserstuhl-Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts
änderte am ruhigen Gang der Dinge nur wenig.
Die Stadt Freiburg grenzt seit ihrer Gründung im
Jahre 1120 im Mooswald an die Hochdorfer Gemarkung. Der sumpfige Mooswald war eine
naturgegebene Grenze, die erst durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte
überwunden wurde. 1950 wurde die Autobahn quer durch die Gemarkung mit
eigenem Anschluß gebaut.
Ohne die Aufzeichnung der Klöster würde die
Geschichte unserer Gemeinde erst rund 600Jahre später beginnen. Nach Aufzeichnungen hat
es Mühlen gegeben, Bier wurde schon gebraut, Weinbau wurde bei uns schon betrieben und
den Gewässern kommt eine Besondere Bedeutung für den Fischfang und die Ausnutzung der
Wasserkraft zu.
Doch erst um 1962 wurde die Marke von 1000 Einwohnern erreicht, bis 1970 waren weitere 500
Hochdorfer Bürger hinzugekommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Neuordnung der
Verwaltungsstrukturen in Baden-Württemberg bereits beschlossene Sache. Um auch in den
kleineren Gemeinden moderne kommunale Grundausstattungen und gemeinschaftliche Planung und
Steuerung zu erreichen, sah die Landesregierung eine Verwaltungseinheit von über 5000
Einwohner als notwendig an. Hochdorf mußte somit auf seine Selbständigkeit verzichten
und sich nach einem Fusionspartner umsehen.
Es zeichnete sich zeitweise eine Zweiteilung der Gemarkung ab: der westliche Teil sollte
mit Nachbarorten in der neuen Gemeinde March aufgehen, während die Wiesen und Wälder
östlich der Autobahn Freiburg zugeschlagen werden sollten. Auf diese Weise hätte
Hochdorf das Gelände verloren, auf dem der Gemeinderat bereits das zukunftsträchtige
Gewerbegebiet plante. 1971 und 1972 sollten Bürgerentscheide dieses Problem lösen, und
beim zweiten Quorum stimmte eine knappe Mehrheit für die Option Freiburg.
Am 1.September 1973 wurde die Eingliederung der Gemeinde Hochdorf in die Stadt Freiburg
Wirklichkeit. Diese Lösung gab Hochdorf einen weiteren Schub. Sie vereinte die Vorteile
einer Anbindung an die urbane Infrastruktur des Oberzentrums Freiburg mit eigenen
Kompetenzen, nämlich Ortschaftsrat und -verfassung, die zahlreiche der
einwohnerstärkeren Stadtteile nicht besitzen.
Seither konnte Hochdorf am Rande Freiburgs gedeihen und investierte sowohl in neue
Wohnviertel als auch in sein Gewerbegebiet. Bei den Wohnimmobilien wurde bei aller
Modernität der dörfliche Charakter bewahrt und "Bausünden" vermieden.
Hochdorf ist auch dank seiner grünen Umgebung mit Wäldern, Reben und Feldern sowie dem
Silbersee als Bade- und Erholungspark ein begehrter Wohnplatz.
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